Oliver Mark

Begabte Menschen treffen immer, auch wenn sie nicht zielen.

Herausgeber Oliver Mark Studio Berlin 2019,  
Konzept, Idee und Photos Oliver Mark
Design STUDIO F, Anja Steinig 
Mit Texten und Werken von:
Ernest Hemingway, Christian Hoischen, Leiko Ikemura, Michael Kunze, Bjørn Melhus, Isa Melsheimer, Christoph Peters, Michael Sailstorfer,
Sibylle Springer und Martin Simons.

Andrej Golder und mich verbindet inzwischen eine so genannte „Saurierfreundschaft“, so viele Wiedergeburten, tragische und komische Ehrenrunden im Kreislauf der immer wiederkehrenden Tiere, Menschen und Pflanzen haben wir schon gemeinsam durchgemacht: Schon bald nach meiner letzten Geburt als Gottmensch und nicht lange vor seiner letzten Geburt als gottmenschlicher Goldhamster begegneten wir uns in einem Berliner Hinterhofsandkasten und bauten gemeinsam gegen den Himmel unserer depressionistischen Künstlervergangenheit (nie wieder!! – schworen wir uns beide schon in der Wiege) eine Burg für eine von uns gemeinsam begehrte Prinzessin. Obwohl wir beide noch kaum laufen konnten, und wir gerade erst lernten, stubenrein zu sein, drohten unsere Träume schon in diesem frühen Stadium in Erfüllung zu gehen, so dass sich ein Weiterleben aus Langeweile kaum mehr lohnen würde. Wir besorgten uns Waffen, um noch im Sandkasten, auf der imaginierten Zinne unserer Burg vor der imaginierten Braut unserer ritterlichen Gefühle Schluss zu machen. Nur der Ausblick, wieder als Künstler auf die Welt zu kommen, diesmal als Hofmaler am nordkoreanischen Königshaus, hielt uns zurück. So verabschiedeten wir uns, trotzig weiterlebend, von den Schleifen unserer frühkindlichen Verehrungen, lernten gehen, paarten uns wahllos mit unseren Vorgesetzten, verwilderten vorbildlich, bis wir die Pfiffe unserer Eltern hörten, die uns aus unseren künstlichen Wüsten und Paradiesen lockten, damit wir endlich zur Schule gingen. Andrej sollte Russisch vergessen, und ich sollte Griechisch lernen. Brav taten wir, was von uns verlangt wurde, doch fügten wir uns nur scheinbar unserem Schicksal. Andrej vergaß sein Russisch erst recht nicht, und ich lernte erst recht mein Griechisch, nicht weil, sondern obwohl es so erwartet wurde. Irgendwann aber reichte auch das, und wir begannen konsequent, unseren Charakter zu schwärzen. Egal, ob Seegurke oder Künstler im nächsten Leben. Wir reichten uns die Flasche. Was kann getan werden, um die Mühle endlich anzuhalten? Für unsere ehemaligen Künstlerkollegen hatten wir nur noch Mitleid und Verachtung übrig. Was so oder so immer aufs Gleiche hinauslief, konnte uns nicht mehr interessieren. Das Leben musste eine Pointe bekommen! Die Welt konnte untergehen, nur wir mussten sie überleben, nicht weil wir das so wollten, sondern gerade weil wir das nicht so wollten. Erst jetzt macht es Sinn, dass Andrej und ich immer behaupten, dass wir uns schon seit Saurierzeiten kennen. Da kam doch angeblich mal ein Meteorit angeflogen und hat auf den großen „Neustart“- Knopf gedrückt.

Text: Michael Kunze, Berlin 2018

Download

No Show

Distanz Verlag, Berlin 2019, ISBN 978-3-95476-281-1.
Ca. 268 Seiten und 198 Abb. 23,5 x 29 cm. Deutsch, Englisch.
Mit Beiträgen von Carolin Hilker-Möll, Christoph Peters, Georg Maria Roers SJ und  Michael Schipper.
Das Buch erscheint anlässlich der Ausstellung no show . Oliver Mark vom 05.04.2019 bis 02.06.2019 in den  Museen der Stadt Bamberg, Villa Dessauer

Oliver Mark (geb. 1963, lebt und arbeitet in Berlin) ist ein Meister der Menschenfotografie. Seine Porträts erzählen Geschichten von Verfremdung, sie arbeiten mit Überlagerung, Doppelung, Zersplitterung, Aufspaltung – und geben dabei oft mehr preis als gewollt, sowohl über die Porträtierten als auch über den Fotografen. Die exzellent inszenierten Momentaufnahmen analysieren das Subjekt minutiös und weisen ihm eine Rolle in der Gesellschaft zu. Mark ist ein Menschensammler, der immer den besonderen Moment erspürt. So hat er viele berühmte Persönlichkeiten mit seiner Kamera eingefangen: Filmschaffende wie Cate Blanchett, Anthony Hopkins und Ben Kingsley, Regisseure, Musikgrößen wie Madonna, die Kanzlerin Angela Merkel, sowie Philosophen, Designer, Mitglieder des Hochadels und vor allem bildende Künstler und Künstlerinnen. no show blättert sich wie ein Who’s who der Kunstszene mit beeindruckenden Porträts von Fernando Botero, Louise Bourgeois, Richard Serra und Luc Tuymans bis zu Katharina Grosse, Isa Melsheimer, Douglas Gordon, Alicja Kwade und vielen anderen.

Distanz Verlag, Berlin 2019
LANGUAGE German/English
FORMAT 23.5 × 29 cm
FEATURES 268 pages, 198 color and b/w images, Softcover
ISBN 978-3-95476-281-1
With texts by Carolin Hilker-Möll, Christoph Peters, Georg Maria Roers SJ and Michael Schipper.
The book is published on the occasion of the exhibition no show. Oliver Mark from 05.04.2019 to 02.06.2019 in the museums of the city of Bamberg, Villa Dessauer

Oliver Mark (b. 1963; lives and works in Berlin) is a master portraitist. His photographs of human beings tell stories of the seemingly familiar as seen from unwonted angles; through superimposition, doubling, fragmentation, partitioning, they often reveal more than either the subjects or the photographer meant to disclose. Expertly staged snapshots subject the sitters to painstaking analysis and limn his or her role in society. A collector of human types, Mark has an unerring flair for that special instant. The long list of illustrious people who have sat for his camera includes actors and actresses like Cate Blanchett, Anthony Hopkins, and Ben Kingsley; directors; musicians; philosophers; politicians like Angela Merkel and Joachim Gauck; designers; aristocrats; and, again and again, visual artists. To browse no show is to flip through a who’s who of the global art world, with formidable portraits of creative minds from Fernando Botero, Louise Bourgeois, Richard Serra, and Luc Tuymans to Katharina Grosse, Isa Melsheimer, Douglas Gordon, Alicja Kwade, and many more. 


https://www.distanz.de/buecher/oliver-mark/no-show

Download



Bukowina Klöster Leben Oliver Mark

Editura Karl A. Romstorfer, Suceava 2018, ISBN 978-606-8698-29-8.
Liechtensteinisches Landesmuseum, 2018, ISBN 978-3-9524770-3-8.
Hrsg. von Rainer Vollkommer, Liechtensteinisches Landesmuseum.
Ca. 112 Seiten und 3 Titel. Softcover 21,6 × 25,6 cm. Deutsch, Englisch, Rumänisch.

Konzept und Idee: Oliver Mark Studio. Design: Anja Steinig, Studio F. 
Mit Texten von Prof. Dr. Rainer Vollkommer, Dr. Constantin-Emil Ursu, Pr.Teodor Bradatanu.

Der Katalog erscheint anlässlich der Ausstellung Bukowina Klöster Leben von Oliver Mark vom 10. November 2018 – 22. Dezember 2018 im Muzeul Bucovinei,
Suceava, Rumänien und vom 20. März 2019 – 2. Juni 2019 im Liechtensteinischen Landesmuseum, Vaduz sowie vom 24. November 2019 bis 2. Februar 2020
in der St.-Thomas-von-Aquin-Kirche in Berlin

Nicht von dieser Welt 
von Andreas Öhler, ZEIT Nr. 14/2019. 29. März 2019

Als Oliver Mark die steile Steinschotterstraße zum rumänischen Männerkloster Sf. Ioan Iacob Corlăţeni hinauffuhr, um für fünf Tage auf knapp 1300 Meter Höhe das Leben der Mönche in Bildern festzuhalten, ahnte er schon, dass diese Tage nicht von dieser Welt sein würden. Um seine Arbeit näher vorzustellen, zeigte der für seine Porträts bekannte Berliner Fotograf den Brüdern Aufnahmen von Angela Merkel und auch einige Hollywoodstars wie Tom Hanks, Cate Blanchett und Anthony Hopkins, die er fotografiert hatte.
"Wer sind diese Leute?", fragten die Mönche. Und meldeten, nachdem sie erfuhren, womit die Porträtierten ihr Brot verdienen, ernstliche Zweifel an, ob die Schauspieler wohl in den Himmel kämen, während sie sich ziemlich überzeugt davon zeigten, dass es ihnen selbst gelingen würde. In dem erst vor 25 Jahren gegründeten Kloster haben sich Aufstiegshoffnungen von jeglichen irdischen Belangen abgekoppelt.

Und dennoch hatte Oliver Mark, als er sich in diese bewaldete Berglandschaft in der Bukowina aufmachte, ein weltliches Ziel. Constantin-Emil Ursu, der umtriebige Generaldirektor des Bukowina-Museums, hatte diese aufregende Reise in eine religiöse Sphäre vermittelt, in der Abenteuer, wenn sie denn mal stattfinden, aus gelegentlichen Epiphanien bestehen. Zusammen mit Oliver Mark konzipierte Ursu eine Ausstellung, ein ambitioniertes Dreiländerprojekt. Seit 2016 pflegt das Liechtensteinische Landesmuseum in Vaduz mit dem Bukowina-Museum im rumänischen Ort Suceava einen kulturellen Erfahrungsaustausch. Der Bukowiner Museumsleiter sucht Anschluss an Europa, kein leichtes Unterfangen. Denn die uralte, multireligiöse Kulturlandschaft droht als Grenzregion zwischen Mittel-, Südost- und Osteuropa an den Rand gedrängt zu werden. Heute gehört die nördliche Seite zur Ukraine und die südliche zu Rumänien. Hier liegen auch die Moldauklöster, die inzwischen als Weltkulturerbe der Unesco anerkannt sind. Bis zur ukrainischen Grenze sind es 70 bis 80 Kilometer. Wer sich dort mit dem Mobiltelefon einwählen will, landet fast unweigerlich in einem moldawischen Netz. Aber WLAN, Internet, Fernsehen gibt es im Kloster ohnehin nicht. Dass es auch ohne geht, hatte Oliver Mark bereits fünf Tage vorher im Frauenkloster in Moldoviţa erfahren, in dem er in Absprache mit den Kulturbehörden und mit dem Segen des Bischof alles fotografieren, dokumentieren und ansehen durfte, mit Ausnahme des Altarbereichs hinter der Ikonostase in den Kirchen. Das traditionsreiche Kloster Moldoviţa wurde 1532 gegründet, fünf Jahre später erhielt die Anlage ihre berühmte Innen- und Außenmalerei, der sie ihren Unesco-Status verdankt. Ein kleines Museum zeigt religiöse Objekte und Handschriften aus dem 14. bis 16. Jahrhundert. Die Fresken sind eine bebilderte Bibel, die Ikonografie der Heiligen und ihrer Taten ersetzt das predigende Wort.

Mark ist kein Jäger, der Fotos schießt und Bilder zur Strecke bringt. Sein Arbeitsstil ist eher bedächtig, ein vorsichtiges Herantasten, er möchte sich einfinden und einfühlen. Undenkbar, die Nonnen und Mönche zu stören bei ihren täglichen Verrichtungen, die aus arbeiten und beten bestehen. In Kontakt mit Menschen außerhalb des Klosters kommen sie nur, wenn die Gläubigen aus den nahe gelegenen Dörfern an den Wochenenden zum Gottesdienst kommen. Mark schaffte es bei diesem Projekt, Barrieren zu überwinden, ohne Grenzen zu verletzen. "Zweifellos", sagt der Fotograf, "hat dabei geholfen, dass der Bischof hinter uns stand und die Stavrophoren, das sind vom Bischof erwählte Mönche und Nonnen, die ein Brustkreuz tragen dürfen, uns unterstützten."

Gelegentlich kam es auch mal zu kleinen Störungsfeldern, die sich aber schnell wieder auflösten. So berichtet Mark von einer älteren Nonne, die sich darüber beschwerte, dass er eine Kapelle ablichtete. Sie wies ihn zurecht. Als jedoch eine Mitschwester ihr die Lage erklärte, kam ein kleines Mirakel zustande. Der Fotograf hatte schon befürchtet, mit dieser Ordensfrau "nicht mehr warm zu werden". Da bot sie ihm am nächsten Morgen ein Glas Messwein an. "Danach wurden wir die besten Freunde", schwärmt er – sie war die Vorsteherin des Weinkellers.

Das seien, so Oliver Mark, diese kleinen Momente, derentwegen er seinen Beruf so liebt. Wenn er bei all den Persönlichkeiten aus Politik, Sport und Kultur einen Fototermin hat, inszeniert er sein Gegenüber am liebsten in dessen persönlicher Umgebung mit seinen Accessoires, er baut förmlich das Bild. In den beiden Klöstern lässt sich nichts konstruieren, eine solch situative Fotografie erlaubt nicht, mit künstlichem Licht zu arbeiten oder gar Menschen oder Gegenstände zu drapieren. Mark nutzte stets nur das vorhandene Tageslicht, das er geduldig abwartete. Er passte sich dem Rhythmus des Klosterlebens an. Wenn die Mönche von zwei bis sechs Uhr morgens beteten, war er zugegen. Der Künstler bekennt sich als Katholik, war zeitlebens neugierig auf spirituelle Welten. Er überlegt lange, bis er sich für das richtige Wort entscheidet, bevor er dann antwortet. So als sei er auch da auf Motivsuche, als betrachte er das Objekt zunächst aus verschiedenen Perspektiven, bevor er auf den Auslöser drückt.

Dass er religiös sei, habe ihm geholfen, bei den Nonnen und Mönchen akzeptiert zu werden. "Ich fühlte mich bald als Teil eines großen Ganzen, das Gefühl, als störend wahrgenommen zu werden, nimmt mit der Zeit ab." Dezent fotografierte er einmal aus fünf Meter Entfernung vom Altar eine betende Frau mit Kopftuch, die ihren Blick nach links wendete. Um sie nicht mit der Kamera abzulenken, fotografierte er sie von einem unteren Winkel aus. Das sah die Stavrophorin und bedeutete einer Schwester, Mark nach vorne zu bitten, damit er vor dem Altar fotografieren könne. Das war ein deutliches Zeichen an die Gläubigen, wie willkommen in dem Kloster Marks Arbeit war. Im Männerkloster richtete er einmal seine Kamera ein und übergab sie einem Bruder, der befugt war, den Altarraum zu betreten. Er lichtete für Mark das Allerheiligste ab, das weltliche Fotografen niemals zu Gesicht bekommen.

Ist das Kloster frei von allen weltlichen Anfechtungen? Zu wechselvoll war die Geschichte in Rumänien, einem Land, das sowohl unter kommunistischer als auch nationalsozialistischer Gewaltherrschaft litt. Die Sowjets nutzten die Kirchen als Ställe, die Nazis zerstörten die Synagogen: Hätte Rumäniens Diktator Nicolae Ceauşescu nicht die Klöster nach langer Zeit doch noch restauriert, um ausländische Bildungsreisende mit harter Währung anzulocken, gäbe es die dortige starke Volksfrömmigkeit nicht mehr. Die Gebetsformel und Lieder erklingen in einer archaischen Tonalität, die sich jeder Modernisierung entzieht – auf Rumänisch, der Sprache der autokephalen orthodoxen rumänischen Kirche.

Die Ausstellung mit dem Titel "Bukowina Klöster Leben" wurde zunächst in Suceava in der Bukowina vorgestellt, gegenwärtig ist sie in Vaduz zu sehen, im Herbst kommt sie nach Berlin. Der dazugehörige Bildkatalog ist dreisprachig, die Texte in Rumänisch, Deutsch und Englisch verfasst.

Dass dieser außerordentliche religiöse Kosmos überlebt, davon ist der Fotograf überzeugt. "Ich habe in den beiden Klöstern an die 800 Bilder geschossen", sagt Mark. "Ich könnte sie in zehn Jahren genauso machen, wie ich sie vor zehn Jahren hätte machen können. Das Leben dort wird überdauern, schon wegen der Stille, die von dieser Lebensform ausgeht." Und diese Stille schwebt über allen Dingen.

Es ist zudem die Autarkie, die diese Menschen stark macht und die auch junge Gläubige anzieht, ein Leben im Kloster zu führen. Die Mönche erhalten zwar zum Beispiel Öl als Essensspenden von den Gläubigen. Ansonsten gilt: Das Brot wird selbst gebacken, das Gemüse für die Suppe kommt aus dem heimischen Garten. Paprika, Tomaten, Knoblauch und Zwiebeln, Kräuter, Kartoffeln und Hirse werden selbst gezogen. Gelegentlich kommt ein Fisch aus dem nahen Bach. Ein Eremit, der drei Kilometer vom Mönchskloster lebt, hütet die Kühe und Schafe und stellt den Käse her. Das Fleisch kommt von selbst aufgezogenen Schweinen und Kälbern, auch Milch und Butter werden für den Eigenbedarf hergestellt. Oliver Mark begegnete Speisen mit einer geschmacklichen Intensität, die er nur aus Kindertagen zu kennen glaubt.

Der Betrachter dieser Bilder fragt sich: Sind diese Ordensleute aus der Zeit gefallen oder gar über sie erhaben? Wahrscheinlich ist es die Gegenwärtigkeit Gottes, die sie aus ihrer Zeit heraushebt. Sie macht sie immun gegen Attraktionen dieser Welt, aber dennoch bleiben sie durchlässig für die Bedürfnisse der Menschen, die an die Klosterpforte klopfen. Und manchmal schaffen sie auch ganz profane Wunder: In beiden Klöstern war Rauchen untersagt. Oliver Mark hat sich als Raucher an das Verbot gehalten und seitdem nicht wieder damit angefangen.

Natura Morta Oliver Mark

Natura Morta Oliver Mark
Kehrer Verlag, Heidelberg 2016, ISBN 978-3-86828-759-2. 
Hrsg. von Rainer Vollkommer, Liechtensteinisches Landesmuseum.
136 Seiten, 57 Farbabbildungen. Hardcover, 30,4 x 37,5 cm. Deutsch, Englisch.

Mit Texten von Lorenz Becker, Philipp Demandt, Aurelia Frick, Barbara Hendricks, Christian Köberl, Julia M. Nauhaus, Michael Schipper, Rainer Vollkommer.

Das Buch erscheint anlässlich der Ausstellung Natura Morta – Fotografien von Oliver Mark in Korrespondenz zu Stillleben-Gemälden der Sammlung, Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien sowie Natura Morta, Fotografien von Oliver Mark, Naturhistorisches Museum Wien 2017.

Natura Morta, Oliver Mark’s current project, is dedicated to the question of how human beings treat their environment and the natural world, focusing in particular on the animal kingdom as well as the aesthetics and beauty of death. In the seventeenth and eighteenth centuries, the still life genre, originally known as natura morta – ‘dead nature’ –, became established as stil leven in Holland and Stillleben in Germany. In this transition, the notion behind the genre shifted from the Latin and Italian meaning. However, if one takes life as existence or being, and still as inactive in the sense of dead, the term continued to express a very similar idea, even if not quite identical. For his present project, Oliver Mark has deliberated chosen the original Latin term as a way of highlighting the contrast between nature = life and lifeless = dead. What we discover in his photographs did once live and, in almost every case, was killed in the prime of life by human hand. Moreover, the natura morta term strongly shifts the focus to the animal and plant kingdoms, placing humanity in the background. Even if, of course, human beings are a part of nature, we are only one small part compared to nature’s vast diversity.

Oliver Mark’s still life photographs were taken in a German customs’ storage room in Bonn where the court exhibits are kept. In his photos, he orchestrates objects confiscated by the customs as classic art still lifes – from leopard skulls and carved ivory to products from crocodile, tortoise or turtle, parts of protected animals and plants, hunting trophies, snakeskin garments, musical instruments from valuable tropical woods, and souvenirs such as sea horses, coral, snails and sea shells.
Oliver Mark presents his works in historic painting frames. In the Paintings Gallery, this generates parallels between the genres of painting and photography, but also between photographic and painted still lifes. Together with Oliver Mark’s photography, the Paintings Gallery is showing nine works from its own collection by artists such as Willem van Aelst, Philips Angel van Middelburg, Abraham van Beyeren, Jan van der Heyden, Maximilian Pfeiler, Abraham Susenir, Jan Weenix, and the successors of Peter Paul Rubens, creating new perspectives on masterpieces of seventeenth-century Dutch art.

In this way, visitors can explore a wide range of associative ideas. Ideally, these produce new and different views of seemingly ‘well-known’ paintings in the collection, or encourage the aesthetic enjoyment of the photographs and lead to reflections on how humanity treats the natural world.
In the Natural History Museum, where a further three groups of Oliver Mark’s photographic works are shown juxtaposed with animal specimens, the focus is on the protection of endangered species. The trade in animal and plant species is regulated under international law, banning many souvenirs from being imported into the signatory countries. The authorities enforce this law under the Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora (CITES), which protects over 35,000 threatened animals and plants and was ratified by Austria in 1982.
Oliver Mark’s impressive photographs offer space for ideas and associations across a broad spectrum of topics: How do people treat their environment? What so fascinates us about the still life genre? And what distinguishes painting from photography?


In seinem aktuellen Projekt Natura Morta widmet sich Oliver Mark der Frage nach dem Umgang des Menschen mit Natur und Umwelt, insbesondere der Tierwelt, aber auch der Ästhetik und Schönheit des Todes. "Natura Morta" - übersetzt mit "tote Natur" - wurde im 17. und 18. Jahrhundert im Niederländischen zu "stil leven" und im Deutschen zu "Stillleben". Damit hatte der Begriff sich vom Lateinischen bzw. Italienischen entfernt, obwohl er Ähnliches, aber nicht Identisches ausdrücken wollte, wenn man Leben mit Existenz oder Dasein und still mit unbewegt, also tot, verbindet. Oliver Mark wählte für sein aktuelles Projekt bewusst den ursprünglichen lateinischen Begriff, um den Gegensatz zwischen Natur = Leben und tot = gestorben zu betonen. Was man auf seinen Photographien entdeckt, lebte einst und wurde in der Regel oft von Menschenhand mitten im Leben stehend getötet. Zusätzlich wird durch den Begriff "Natura Morta" der Fokus stärker auf die Tiere und Pflanzen gelegt und der Mensch in den Hintergrund gesetzt, auch wenn er selbstverständlich Teil der Natur ist, aber eben nur ein kleiner Teil im Vergleich zur vielfältigen Natur.

Oliver Marks Stillleben-Photographien sind in der Asservatenkammer des bundesdeutschen Zolls in Bonn entstanden. Leopardenschädel, Elfenbeinschnitzereien, Produkte aus Krokodilen oder Schildkröten, geschützte Tier- und Pflanzenteile, Jagdtrophäen, Kleidungsstücke aus Schlangenleder, Musikinstrumente aus kostbaren tropischen Hölzern, Reisemitbringsel wie Seepferdchen, Korallen, Schnecken und Muscheln, die vom Zoll beschlagnahmt wurden, hat der Photograph altmeisterlich als Stillleben inszeniert. Oliver Mark präsentiert sie in historischen Gemälderahmen. In der Gemäldegalerie ergeben sich dadurch Korrespondenzen zwischen den Gattungen Malerei und Photographie, aber auch zwischen photographischen und gemalten Stillleben. Aus der eigenen Sammlung werden neun Werke von Malern wie Willem van Aelst, Philips Angel van Middelburg, Abraham van Beyeren, Jan van der Heyden, Maximilian Pfeiler, aus der Nachfolge von Peter Paul Rubens, Abraham Susenir und Jan Weenix zusammen mit den Photographien Oliver Marks gezeigt. So ergeben sich auch neue Perspektiven auf Meisterwerke der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts.

Den Besucher_innen bieten sich so vielfältige Assoziationsmöglichkeiten, im besten Fall ein neuer, anderer Blick auf die scheinbar "altbekannten" Gemälde der Sammlung oder aber der ästhetische Genuss der Photographien, der in das Nachdenken über den Umgang des Menschen mit der Schöpfung mündet.

Im Naturhistorischen Museum, in dem weitere Photographien in drei Gruppen neben die Tierpräparate gestellt werden, ist die Frage des Artenschutzes vorrangig. Der Handel von Tier- und Pflanzenarten unterliegt internationalen Bestimmungen, eine Einfuhr vieler Souvenirs ist gesetzeswidrig. Grundlage für das Aktivwerden der Behörden ist das Washingtoner Artenschutz-(CITES)Abkommen, das über 35 000 Tier- und Pflanzenarten, die vom internationalen Handel bedroht sind, schützt. In Österreich ist das Übereinkommen seit 1982 in Kraft.
Oliver Marks eindrückliche Photographien bieten Raum für Gedanken und Assoziationen über die verschiedensten Themen: Wie geht der Mensch mit seiner Umwelt um? Was fasziniert uns an der Gattung Stillleben? Was unterscheidet Malerei von Photographie?

Text: Julia M. Nauhaus, Direktorin der Gemäldegalerie und des Kupferstichkabinetts der Akademie der bildenden Künste Wien

https://www.kehrerverlag.com/de/oliver-mark-natura-morta-978-3-86828-759-2

Download

Aus den Trümmern kriecht das Leben

»Aus den Trümmern kriecht das Leben« konnte realisiert werden, dank der hilfreichen Unterstützung der K.O. Götz und Rissa-Stiftung sowie Joachim Lissmann.
20 Fotografien von Oliver Mark und 7 Faksimile Gedichte von K. O. Götz.
Editor: Roger Eberhard, Gestaltung: Alexandra Bruns Druck: DZA Druckerei zu Altenburg GmbH © 2013 b.frank books GmbH, Zürich www.bfrankbooks.org
ISBN 978-3-936300-87-1 | Erste Auflage 2013
52 Seiten. Softcover.
www.bfrankbooks.org/product/oliver-mark-aus-den-trümmern-kriecht-das-leben

Download

Außenseiter und Eingeweihter, Oliver Mark

Außenseiter und Eingeweihter, Oliver Mark
Hatje Cantz Verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-7757-3756-2.
Hrsg. Achim Heine. Mit einem Text von Ingeborg Harms
32 Seiten, 31 Abbildungen. 30,00 × 38,50 cm. Deutsch, Englisch.

Titel Abbildung / Cover,  Sir Alfred Brendel

http://www.hatjecantz.de/oliver-mark-5880-0.html

Download

Heimat verpflichtet
Märkische Adlige – eine Bilanz nach 20 Jahren

Heimat verpflichtet
​​​​Märkische Adlige – eine Bilanz nach 20 Jahren

Hrsg. von der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung, Potsdam 2012, ISBN 978-3-932502-60-6.
Ca. 208 Seiten. Deutsch.
Text Martina Schellhorn. Fotografien Oliver Mark.
Titelabbildung: Ilsa-Marie und Georg von Holtzendorff mit Pflegekind Kevin.

Nach der Wiedervereinigung kamen viele Westdeutsche als Aufbauhelfer in die neuen Bundesländer. Sie blieben meist nur für eine begrenzte Zeit. Für einige aber war es der Weg in die Heimat - zurück zu den Wurzeln. Die Erben der adeligen Grundbesitzer, die 1945 enteignet und vertrieben wurden, besuchten nicht nur das Land ihrer Vorfahren, sie wollten auch wieder hier leben. Nicht immer wurden sie freundlich empfangen, oft mussten sie gegen Ressentiments ankämpfen, den einstigen Besitz zurückkaufen und darüber hinaus viel investieren, um einen landwirtschaftlichen Betrieb aufzubauen oder den Tourismus anzukurbeln.

"Heimat verpflichtet" Heute, rund zwanzig Jahre später, verlassen immer mehr Menschen den ländlichen Raum, die Geburtenzahlen sinken, die Bevölkerung wird älter. Der „demografische Wandel“ wird zum Unwort in dieser Region. Die, die einst mit viel Idealismus gekommen und geblieben sind, zeigen in ihrem Einsatz zivilgesellschaftliches Engagement für Brandenburg – ganz gegen den Trend der Abwanderung.
Die Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung will dieses Kapitel jüngster deutscher und speziell brandenburgischer Geschichte in einer Ausstellung und einer Begleitpublikation thematisieren und die Leistungen der adligen Rückkehrer beschreiben  und würdigen. Dafür hat der Fotograf Oliver Mark von zwölf Familien aussagekräftige Porträts gemacht, die durch stimmungsvolle Landschaftsaufnahmen ergänzt werden.  
 

Oliver Marks Blick auf Liechtensteins Staatsfeiertag


Oliver Marks Blick auf Liechtensteins Staatsfeiertag
erscheint anlässlich der Ausstellung im Liechtensteinischen Landesmuseum, Vaduz, vom 21. März 2013 bis 25. August 2013.

Hrsg. von Rainer Vollkommer, Liechtensteinisches Landesmuseum
Alpenland Verlag, Schaan 2013, ISBN 978-3-905437-34-8.
Gestaltung und Druck: Gutenberg AG, Schaan. © 2013 Liechtensteinisches Landesmuseum Vaduz

http://www.llm.li/Ausstellungen/AktuelleSonderausstellungen/Sonderausstellungsdetail/tabid/214/Default.aspx?shmid=770&shact=1814470349&shmiid=NPZLklde__sls__a0__eql__
 

Portraits - Oliver Mark

Portraits - Oliver Mark
Hatje Cantz Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-7757-2484-5.
Hrsg. von Achim Heine.
192 Seiten, 140 farbige Abbildungen. 24,50 × 32,00 cm. Gebunden mit Schutzumschlag. Deutsch, Englisch.

Mit Texten von Christoph Amend, Yilmaz Aktepe, Wolfgang Behnken, Christian Boros, Ingeborg Harms, Achim Heine, Dietmar Henneka, Margit J. Mayer, Jonathan Meese, Silke Müller.

http://www.hatjecantz.de/controller.php?cmd=detail&titzif=00002484