Exhibition Views

  • O P E N Berlin, 2022

    Delivery Hero – Isa Melsheimer and Oliver Mark

    August 18 – Septem­ber 15, 2022

    Open Ber­lin
    Prin­zenallee 35
    DE-13359 Ber­lin 

    Blick­di­cht im Glasdickicht

    Gibt es etwas zu sehen und zu bewahren, schlägt die Stunde der Vit­rine. Der Glaskasten als Pan­ic Room der Museo­lo­gen, am lieb­sten Pan­zer­glas, UV-Schutz und Vak­uum. Kon­ser­vier­ung wie im Marme­ladenglas. Schutz vor Zer­fall ist unbedingt löb­lich, doch erfahren Objekte ihren musealen, respekt­ive gesell­schaft­lichen Wert meist durch Nutzungsspuren: abgew­ien­erte Ober­flächen, Schar­rten, Ver­fär­bun­gen, Verb­lichenes, Abgebrochenes. Der Zahn der Zeit nagte, und wir füh­len Ver­bund­en­heit mit der Ver­gan­gen­heit. Er erst macht Geschichte für uns wirk­lich lebendig.

    Zum ander­en der Blick des Betrachters. Er tastet die Ober­fläche prüfend ab, in der Vit­rine aber schaut er auch hindurch, sieht den Raum dah­inter, den Kon­text der Jet­ztzeit. Das Glas spiegelt die Umge­bung, den Betrachter, auch das Selbst, wenn wir hier kurz küchen­psy­cho­lo­gis­ier­en dür­fen. Die Vit­rine lädt zum visuel­len Dia­log. Ob der ein­spurig und mehr­spurig ver­läuft, hängt am Betrachter.

    Oliv­er Marks Foto­grafi­en und Isa Melsheimers Skulp­turen interessier­en dieser ständige Blick­wech­sel. Das Objekt der Begierde ist nicht in der Vit­rine, es ist die Vit­rine und ihre Über­ras­chun­gen offen­bar­en­de Blick­di­chte. Dichte nicht im Sinne von Sichts­chutz, son­dern von erhöhtem Schauwert, der Häu­fung der mög­lichen Blick­winkel. Sind es bei Mark uner­war­tete Bildausschnitte, die schein­bar willkür­liche Darstel­lung von Teilen der Vit­rine, auch ander­en Sicht­gren­zenset­zer, wie Flug­zeug­flü­gel, Ver­pack­un­gen, col­la­gierte Hände, ist es bei Melsheimer die Paar­ung Beton und Glas. Beton als Sichtver­hinder­er, Glas als Blick­er­mög­lich­er. Ihre Serie »Seeds« beis­piels­weise hin­ter­fragt die Funk­tion der Vit­rine auf eigene Weise: Glaskästen auf Beton­sock­eln, in den­en Samen ein luftdi­cht abges­chot­tetes Eigen­leben entwick­eln, ein­zig gespeist aus Sonnen­licht, Erde und durch Kondens­a­tion entstehende Flüssigkeit. Hier ist nichts kon­ser­viert, hier lebt etwas, aber unter dem Blick des Betrachters. Ich sehe, also lebst du. Die In-Vitro-Vit­rine des Kunstmarkts.

    Oliv­er Mark und Isa Melsheimer gehen dem Guck­kasten auf den Geist. Wer kom­mt und schaut, erlangt ihn viel­leicht, den blick­di­cht­en Durchblick im Glasdickicht.

    Till Schröder, Autor, Chefredak­teur der Mar­gin­ali­en – Zeits­chrift für Bib­li­o­philie und Buchkunst

  • Guardini Stiftung, Berlin 2022

    Collaborations I – An Exhibition with 61 Artists

    Oliv­er Mark invited 61 artists to work on his pho­tos. Any­thing could be done to them: cut­ting, scratch­ing, twist­ing, fram­ing, past­ing, mount­ing, embroid­er­ing and paint­ing bey­ond recog­ni­tion. The inter­ven­tions were as sur­pris­ing as they were innov­at­ive. The format was vari­able – so was the type of photo paper. Some­times the photo was glossy or matt, some­times on baryta paper, hahnemühle paper or can­vas, etc. It was up to the artists to decide. Two prints were made, with one work remain­ing with each artist.  The exhib­i­tion was made pos­sible with the sup­port of the Arch­diocese of Ber­lin, Fath­er Georg Maria Roers SJ and the Asso­ci­ation Aus­s­tel­lung­shaus für christ­liche Kunst e. V.

    Artists: Saâdane AfifMat­thi­as Beck­mannOlivia Ber­ck­e­mey­erEva Ber­endesDaniel BiesoldNorbert BiskyAnina Brisolla – Laura BruceMaria Brun­nerJoanna Buchow­skaAndreas BunteBjörn Dah­lemGior­gio de ChiricoSven-Ole FrahmTine Furl­er – Fran­ziska GoesLen­nart GrauGregor HildebrandtPhilip GrözingerHar­ald Her­mannEllen Mar­tine HeuserBene­dikt Hipp – Chris­ti­an Hois­chen – Shaikh Rashid bin Khal­ifa Al Khal­ifaFlor­in Kom­patscherTimo Kloep­pelClem­ens KraussMichael Kun­zeWolfgang Lug­mairVia Lewan­dowskyBernhard Mar­tinIsa MelsheimerKlaus Moset­tigFrank NitscheAgustin Noguera – Ena Oppen­heimerLea Pagen­kem­perTim Plamper – Man­fred PecklSabine Rein­feldLisa Reit­mei­er – Bene­dikt Rich­ertGerd RohlingMichael Sail­stor­ferKarin Sander – Sophia Schama – Thomas Scheib­itzAline SchwibbeJohanna Sil­ber­mannHeidi SillYas­min Shar­abiSabine Spring­er – Philip Topo­lo­vacChris­toph­er WinterHansa WißkirchenCarsten WirthAngelika ZellerSarah Zel­matiRalf Zier­vo­gelThomas ZitzwitzFilip Zorzor


  • Kunstmuseum Wolfsburg, 2020–2021

    In aller Munde – Von Pieter Bruegel bis Cindy Sherman

    Mund, Lip­pen, Zunge und Zähne, Sprache, Schmerz und Schrei, Essen, Schlin­gen, Spei­en und Spuck­en, Lust und Leidenschaft: Die Mund­höhle ist eine buch­stäb­lich reiz­volle Körperzone. So haben sich nicht nur seit jeher Natur­wis­senschaft und Med­iz­in an der Erkundung der Mund­höhle abgearbeitet, son­dern auch die Kunst- und Kul­turgeschichte – von der Anti­ke bis zur Geg­en­wart. Diesen breit gefäch­er­ten motivgeschicht­lichen Pfad ver­fol­gt das Kun­st­mu­seum Wolfs­burg mit der Aus­s­tel­lung In aller Munde. Von Pieter Brue­gel bis Cindy Sher­man. Es ist die bis­lang umfassend­ste The­menaus­s­tel­lung zu oralen Motiven in der Kunst in Deutsch­land mit über 250 Expo­naten unter ander­em von  Albrecht Dürer, Pablo Picas­so, Max Klinger, Mar­ina Abramović, Andy War­hol und Louise Bourgeois.

    Die breit angelegte Aus­s­tel­lung wid­met sich Mon­ster­mäulern (Alfred Kubin) und Vam­pir­bis­sen (Edvard Munch), betrachtet den Mund als Höl­lenschlund und Tor zum Wel­tinnen­raum (Pieter Brue­gel). Die Dentalkul­tur wie­der­um wird vielfältig beleuchtet vom Zahn­brech­er bei Jan Steen über die Darstel­lung der Schutzhei­li­gen von Zahnärzten, Apol­lo­nia, bei Andy War­hol bis hin zu Zahnschmuck aus außereuropäis­chen Kul­turen. Mona Hat­oum dringt bis in die Speiser­öhre vor, während Künst­ler wie Man Ray oder Anselmo Fox ihren Atem in Glas‑, Seifen- oder Kaugum­miblasen einsch­ließen. Und schließ­lich ist die Ästhet­ik der Lip­pen, gesteigert im Kuss und der oralen Libido ein Sujet, mit dem sich Wolfgang Till­mans, Nat­alia LL, Picas­so, Mar­ilyn Minter und viele andere in der Schau beschäfti­gen. In aller Munde umfasst sowohl Malerei, Skulp­tur, Install­a­tion, Foto­grafie, Zeich­nung, Grafik und Videok­unst als auch ein­zel­ne Expo­nate aus eth­no­lo­gis­chen und naturwissen­schaft­lichen Sammlungen, Film und Wer­bung, Musik und Literatur.

    Die Schau In aller Munde wird kur­atiert von Dr. Uta Ruhkamp und entsteht in Zusammen­arbeit mit dem Kul­tur­wis­senschaftler Prof. Dr. Hart­mut Böhme und der Zahnärzt­in Beate Slominski.

    31.10.2020–05.04.2021 im Kun­st­mu­seum Wolfsburg

    Künstler*innen

    Künstler*innen: Hans von Aachen (Umkre­is), Mar­ina Abramović & Ulay, Vito Acconci, Nobuy­oshi Araki, Arman, Dir­ck Bar­en­d­sz, Len­ora de Bar­ros, Franz von Bayros, Dirk Bell, Johannes Bendzulla, Bernhard Johannes Blume, Louis-Léo­pold Boilly, Hieronymus Bosch (Nachfol­ger), Louise Bour­geois, Pieter Brue­gel d. Ä., Ant­on Büschel­ber­ger, Luca Cam­biaso, Javi­er Castro und Luis Gárciga, Jake & Dinos Chap­man, Francesco Clem­ente, Otto Coes­ter, Tony Cragg, Lucas Cranach d. Ä., Wal­ter Crane, Mar­tin Creed, John Cur­rin, Nat­alie Czech, Thomas Demand, François Desprez, Birgit Dieker, Mark Dion, Cheryl Doneg­an, Albrecht Dürer, Bogomir Eck­er, Ger­brand van den Eeck­hout, Antje Engel­mann, Fantich & Young, Har­un Farocki, Thomas Feuer­stein, Urs Fisc­her, Anselmo Fox, Mor­itz Frei, Lies­elotte Fried­laender, Gauri Gill, Fran­cisco de Goya y Lucientes, Vivi­an Gre­ven, Robert Haiss, Richard Hamilton, Johann Got­tlieb Hantz­sch, Mona Hat­oum, Eber­hard Havekost, He Xiangyu, Egbert van Heem­sker­ck d. J., Jeppe Hein, Gottfried Hel­n­wein, Gary Hill, Klara Hobza, Jenny Holzer, Ben­jamin Hou­li­han, Lisa Junghanß, Michael Kalmbach, Isa­bell Kamp, Chris­ti­an Kein­star, Johann Georg Kern (zuges­chr.), Walth­er Klemm, Max Klinger, Chris­toph Knecht, Her­linde Koel­bl, Kurt Kranz, Alfred Kubin, Math­äus Küsel, Raimund Kum­mer, Dav­id LaChapelle, Maria Lassnig, Lucas van Ley­den, Lee Loz­ano, Sarah Lucas, Anna Maria Maiolino, Jeanne Mam­men, Man Ray, Fabi­an Mar­cac­cio, Chris­ti­an Marclay, Teresa Mar­golles, Oliv­er Mark, Bernhard Mar­tin, Kris Mar­tin, Jonath­an Meese, Ulrich Meister, Isa Melsheimer, Ana Men­di­eta, Charles Mery­on, Franz Xaver Mess­er­schmidt, Mar­ilyn Minter, Edvard Munch, Bar­to­lomé Esteban Mur­illo (zuges­chr.), Nat­alia LL, Bruce Nau­man, Mar­cel Oden­bach, Adolf Oexle, Tony Oursler, Georg Pencz, Pablo Picas­so, Rona Pon­dick, François Rabelais, Lili Reynaud-Dewar, Pipi­lotti Rist, Michele Rocca, Ulrike Rosen­bach, Aura Rosen­berg, Miguel Roth­schild, Raphael Sadel­er d. Ä., Sam Sam­ore, Johann Gottfried Schad­ow, God­fried Schal­ck­en, Thomas Schütte, Lorentz Schultes, Elfie Semotan, Mithu Sen, Cindy Sher­man, Slavs and Tatars, Andreas Slo­m­in­ski, Kiki Smith, Daniel Spo­erri, Shaun Stamp, Peter Stauss, Jan Steen, Bar­bara Steppe, Sam Taylor-John­son, Dav­id Ten­iers d. J., Paul Thek, Wolfgang Till­mans, Joe Tilson, Ane Tonga, Rose­marie Trock­el, Wil­helm Trüb­n­er, Pio­tr Uklański, Maarten de Vos, Kemang Wa Lehulere, Franz Erhard Walth­er, Andy War­hol, Hans Wecht­lin, Peter Wei­bel, Hans Weiditz d. J., Tom Wessel­mann, Ant­onie Wierix, Peter Zizka u. a.


  • Kanya Kage Art Space, Berlin 2021

    MUSEO

    7 Octo­ber 2021 until 14 Novem­ber 2021

    Lehr­s­tunde

    Autoren kennen das, die Angst vor dem leer­en Blatt, das vor­wurf­s­volle Blinken des Curs­ors, der auf der Stelle wie festge­froren ver­har­rt. Maler kennen ihn auch, den Hor­ror vacui, die Pan­ik angesichts der Leere ein­er unber­ührten Lein­wand. Foto­grafen eher nicht, schliess­lich zeigt der Such­er stets ein Gegen­bild. Muss ja nicht schön sein, aber ist eben da – leer­er Akku oder ver­gessene Ver­schlusskappe mal außen vorgelassen. Sowas passiert einem ser­iösen Daguerreotyp­isten natür­lich nicht.

    Oliv­er Mark nun packt die Leere bei den Hörnern – und das mit­ten in den Tem­peln der Kun­stehr­furcht. An den Orten, in den­en gewöhn­lich die Block­buster der Kun­st­geschichte zur gefäl­li­gen Betrach­tung altar­is­iert an den Wänden hän­gen – Museen und Galer­i­en. Das Gemälde steht im Zen­trum der Flucht­linie, auf Augen­höhe der Betrachter, meist in orna­mentschwer­en Rah­men, als würde das Auge nicht schon genug Blick­führung erfahren. Das Bild wird dem Betrachter aufgezwun­gen. Flughafen­ar­chitek­turen ähnelnd endet der Weg des Besuch­ers unwei­ger­lich im Duty-free-Shop des Kun­stkan­ons, das Kunstwerk an sich füllt das Wahrnehmungsspek­trum. Man kann eigent­lich nicht vorbeischauen.

    Mark aber schaut vorbei, er pos­i­tioniert seine Kam­era auf Fuss­bod­en­höhe und knipst aus Froschper­spekt­ive, ein­zig sein Porte­mon­naies als Stat­iv nutzend. Die Ent­nahme oder Zugabe von Geld­stück­en bestim­mt den Nei­gung­swinkel des Objekt­ivs und dam­it das Blick­feld. Wenn das nicht eine mess­er­schar­fen Ana­lyse des Kun­st­markts ist, eine beißende Kritik an der Deu­tung­sho­heit des Geldes, dann fresse ich eine krit­ische Ges­amtaus­gabe von Bazon Brock. Oder, Mark ist ein­fach nur gestolp­ert – und fand sich unver­mit­telt wieder in der Nis­chen­welt des Mik­rover­sums wie der ato­mar schwindende Prot­ag­on­ist in Jack Arnolds Filmk­lassiker der 1950er Para­noia The Incred­ible Shrink­ing Man. Oder, Mark hat ein­fach nur Rück­en und macht das Beste aus sein­er Situ­ation, bevor er es zum Osteo­pa­th­en schafft. Aber ich sch­weife ab.

    Egal wie er zu seinem Blick gekom­men ist, die Per­spekt­ive sein­er Foto­grafi­en ver­ändert Wahrnehmung. Plötz­lich rück­en Details ins Rampen­licht: Steck­dosen, Schutzgit­ter, Luftbe­feuchter, Feuer­wehr­schläuche, Notaus­gangsschilder, Sch­euer­leisten, Abstand­hal­ter – und Leere. Die Unaufgereg­theit mono­chro­mat­isch getünchter Wände, ris­siger Kanten, dunk­ler Wände, die nur Aus­schnitte der präsen­tier­ten Bilder pre­is­geben, für die die Wand gemacht wurde. Statt im Motiv von de Chirico zu sin­nier­en, ver­liere ich mich im Capriblau der Wand­farbe, die das Foto domin­iert. In der Chil­lout-Zone des Pantone-Raves ein­fach mal nichts erkennen, die Grav­itas des Gemäldes ignor­i­er­en, nur Leere mit den Augen ertasten.

    Das hat nicht nur ein­en med­it­at­iven Effekt, es rekon­tex­tu­al­is­iert Kunst. In dem Moment, wo man sich der Stützräder der Präsent­a­tionsmodi gewahr wird – die Stell­wände, Absper­rungen, Bewe­gungs­meld­er, Sitzbänke – geht Ben­jamins Aura des Ori­gin­als flöten. Das Kunstwerk erscheint als Geb­rauchs­ge­gen­stand neben ander­en: hier Steck­dose, dort Renais­sance. Man erken­nt wieder, dass Kunst ähn­lich wie Papi­ergeld funk­tioniert: Ihre Arte­fakte wer­den mit Bedeu­tung aufge­laden, ihr Mater­i­al­wert ist oft genug ger­ing. Ihr Schatz liegt in der gemein­samen Ver­ein­bar­ung aller, dass genau diese Kunst Rel­ev­anz besitzt.

    Und im Blick­winkel. Wir sind eine optisch getriebene Spez­ies. Aus dem Auge aus dem Sinn gilt nicht nur für Klein­kinder. Wir kon­stru­ier­en Real­ität über den Sehnerv, viel mehr als über Füh­len oder Hören. Icon­ic Turn und so. Nim­mt man dem Icon­ic Turn nun die Motive, ist er dann noch exist­ent? Oder gilt Wazlawicks Ver­dikt, man könne nicht nicht kom­mun­iz­ier­en, auch in der Kunst? Man kann nicht nicht abbilden. Ist Malewitsches Schwar­zes Quad­ratnun Nat­ur­al­is­mus, Sym­bol­ismus, Abstrak­tion oder Vor­stud­ie für die Farb­fäch­er der Druc­kin­dus­trie? Die Magie des Voll­tons fasziniert. Die Abwesen­heit von Muster irrit­iert unser Gehirn, das stets nach Wie­der­erken­nbarkeit fahndet. Die Wand ans­tar­ren: Oliv­er Mark hat der Redewendung wieder neues Fut­ter gegeben – und mir den Wun­sch, beim näch­sten Museums­besuch ein­mal alles im Schneidersitz zu betrachten.

    Till Schröder, Chefredak­teur der Mar­gin­ali­en und Inhab­er des Gretan­ton Verlags

  • Künstlerhaus Bethanien, Berlin 2021

    White and Clean

    Pop-Up Exhib­i­tion with Alicja Kwade, Antje Blu­men­stein, Armin Boehm, Björn Dah­lem, Erik Schmidt, Eva Gru­binger, Eva-Maria Wilde, Frank Nitsche, Gab­ri­el de la Mora, Gregor Hildebrandt, Hansa Wis­skirchen, Isa Melsheimer, Kristina Nagel, Lisa Junghans, Lud­wig Kreutzer, Olivia Ber­ck­e­mey­er, Hois­chen / Mark , Mar­cel Duch­amp, Man­fred Peckl, Mat­thi­as Hes­sel­bach­er, Marten Frerichs, Sophia Scharma, Stephanie Kloss , Susanne Goll­witzer, Svenja Kreh, Tat­jana Doll, Tine Furler.

    Künst­ler­haus Beth­anien, Ber­lin
    STUDIO 225  / BERCKEMEYER


  • Diözesanmuseum Bamberg, 2019

    Der Funke Gottes

    27. Juli–10. Novem­ber 2019, kur­atiert von Alex­an­der Ochs and Dr. Hol­ger Kempkens. 

    Mit u. a.: Mar­ina Abramović, Ai Wei­wei, Nobuy­oshi Araki, Ernst Bar­lach, Georg Basel­itz, Joseph Beuys, Valer­ie Favre, Kath­ar­ina Fritsch, Leiko Ikemura, Wil­helm Lehm­bruck, Via Lewan­dowsky, Oliv­er Mark, Olaf Met­zel, Her­mann Nitsch, Mer­et Oppen­heim, Karl Schmidt-Rottluff, Andy Warhol.

    Im Jahr 2011 hat der Künst­ler Oliv­er Mark Bene­dikt XVI. foto­grafiert. Im prunk­vol­len Goldrah­men präsen­tiert sich das Ober­haupt der kath­ol­ischen Kirche jedoch nur aus­schnit­thaft. Ledig­lich die vor der Körper­mitte gehalten­en Hände sind in der Auf­nahme zu sehen. Die ein­z­igartige Stel­lung des Pap­stes wird durch Pek­t­or­ale und die ihm vorbe­haltene weiße Gewandung ver­deut­licht. Auch die in ihr­er Gegensätz­lich­keit sehr aus­sagekräftige Hal­tung sein­er Hände trägt zur Charak­ter­is­ier­ung bei. Akt­iv ist die Linke in rhet­or­ischem Ges­tus nach oben gerichtet. Die Rechte jedoch, die den golden­en Fisc­her­ring trägt, ist müde nach unten gewandt. Sowohl Ehre und Würde als auch die schwere Ver­ant­wor­tung, die mit diesem Amt ver­bunden sind, wer­den in eindrück­lich­er Weise in dem Porträt der Pap­sthände erfahrbar.

    Der Foto­graf Oliv­er Mark (*1963, Gelsenkirchen/Deutschland) inszen­iert Prom­in­ente in ungewöhn­lichen Posen. Sie zei­gen iron­is­che Kom­ment­are zum Status der Abge­lichteten, spielen mit Ver­satz­stück­en ihr­er Lebens- und Arbeit­swelt, wie bei dem Porträt der Bild­hauer­in Alicia Kwade, bei dem unklar bleibt, ob er sie in ihr­em Atelier vor ein­er neuen Arbeit inszen­iert, oder selbst die Kulisse sein­er Auf­nahme zusammenstellte.

    Auch der Maler Clem­ens Krauss fin­d­et sich in einem kom­men­ti­er­enden Ambi­ente zu seinem Werk. Der Künst­ler, der mit pas­tos, direkt auf die Wand gemal­ten, gesichtslosen Massen­in­szen­ier­ungen bekan­nt wurde, lagert auf einem Bett, das aus einem Museumkon­text stam­men kön­nte. Um ihn her­um Bilder von Krauss und ein blut­rot durchtränktes Hemd, das an die Per­form­ance von Her­mann Nitsch erin­nert. Minutiös plant er den Prozess, der für den Foto­grafen für das Gelin­gen eines Bildes aus­sch­laggebend sei. Mit dem Zufall arbeitet der Künst­ler nach eigen­er Aus­sage sel­ten. Als Stilmit­tel set­zt Mark mitunter schwul­stige Bilder­rah­men als Motiv ein, die als Span­nungs­ge­ber, als Begren­zung und Botschaft fungier­en. Sie erzeugte assozi­at­ive Nähe zur Alt­meister­malerei, ver­stärken das mehrmals in sei- nem Werk wieder­kehrende Motiv der Hände, wie die von Papst Bene­dikt, den er 2011 in Erfurt foto­grafierte. Als bek­ennender Christ (ZEIT, 2019) bearbeitet er auch immer wieder reli­giös ori­entierte The­men, wie die Schwar­z­weiß-Foto­grafie, in der­en Zen­trum ein Säugling, eingesch­la­gen in ein dunkles Tuch in den Him­mel schaut. Von sein­er Brust aus­ge­hend strebt ein heller Bereich, der Blat­twerk zu erkennen gibt und ver­mut­lich durch eine Dop­pel­be­lich­tung entstanden ist.

    Katja Triebe, 2019

  • Villa Dessauer, Bamberg 2019

    No Show


  • Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien, 2017

    Natura Morta. Photographien von Oliver Mark in Korrespondenz zu Stillleben-Gemälden der Sammlung

    About

    Natura Morta, Oliv­er Mark’s cur­rent pro­ject, is ded­ic­ated to the ques­tion of how human beings treat their envir­on­ment and the nat­ur­al world, focus­ing in par­tic­u­lar on the anim­al king­dom as well as the aes­thet­ics and beauty of death. In the sev­en­teenth and eight­eenth cen­tur­ies, the still life genre, ori­gin­ally known as natura morta – ‘dead nature’ –, became estab­lished as stil leven in Hol­land and Still­leben in Ger­many. In this trans­ition, the notion behind the genre shif­ted from the Lat­in and Itali­an mean­ing. How­ever, if one takes life as exist­ence or being, and still as inact­ive in the sense of dead, the term con­tin­ued to express a very sim­il­ar idea, even if not quite identic­al. For his present pro­ject, Oliv­er Mark has delib­er­ated chosen the ori­gin­al Lat­in term as a way of high­light­ing the con­trast between nature = life and life­less = dead. What we dis­cov­er in his pho­to­graphs did once live and, in almost every case, was killed in the prime of life by human hand. Moreover, the natura morta term strongly shifts the focus to the anim­al and plant king­doms, pla­cing human­ity in the back­ground. Even if, of course, human beings are a part of nature, we are only one small part com­pared to nature’s vast diversity.

    Oliv­er Mark’s still life pho­to­graphs were taken in a Ger­man cus­toms’ stor­age room in Bonn where the court exhib­its are kept. In his pho­tos, he orches­trates objects con­fis­cated by the cus­toms as clas­sic art still lifes – from leo­pard skulls and carved ivory to products from cro­codile, tor­toise or turtle, parts of pro­tec­ted anim­als and plants, hunt­ing trophies, snake­skin gar­ments, music­al instru­ments from valu­able trop­ic­al woods, and souven­irs such as sea horses, cor­al, snails and sea shells.

    Oliv­er Mark presents his works in his­tor­ic paint­ing frames. In the Paint­ings Gal­lery, this gen­er­ates par­al­lels between the genres of paint­ing and pho­to­graphy, but also between pho­to­graph­ic and painted still lifes. Togeth­er with Oliv­er Mark’s pho­to­graphy, the Paint­ings Gal­lery is show­ing nine works from its own col­lec­tion by artists such as Willem van Aelst, Philips Angel van Mid­del­burg, Abra­ham van Beyer­en, Jan van der Hey­den, Max­imili­an Pfeiler, Abra­ham Susenir, Jan Weenix, and the suc­cessors of Peter Paul Rubens, cre­at­ing new per­spect­ives on mas­ter­pieces of sev­en­teenth-cen­tury Dutch art.

    In this way, vis­it­ors can explore a wide range of asso­ci­at­ive ideas. Ideally, these pro­duce new and dif­fer­ent views of seem­ingly ‘well-known’ paint­ings in the col­lec­tion, or encour­age the aes­thet­ic enjoy­ment of the pho­to­graphs and lead to reflec­tions on how human­ity treats the nat­ur­al world.

    In the Nat­ur­al His­tory Museum, where a fur­ther three groups of Oliv­er Mark’s pho­to­graph­ic works are shown jux­ta­posed with anim­al spe­ci­mens, the focus is on the pro­tec­tion of endangered spe­cies. The trade in anim­al and plant spe­cies is reg­u­lated under inter­na­tion­al law, ban­ning many souven­irs from being impor­ted into the sig­nat­ory coun­tries. The author­it­ies enforce this law under the Con­ven­tion on Inter­na­tion­al Trade in Endangered Spe­cies of Wild Fauna and Flora (CITES), which pro­tects over 35,000 threatened anim­als and plants and was rat­i­fied by Aus­tria in 1982.

    Oliv­er Mark’s impress­ive pho­to­graphs offer space for ideas and asso­ci­ations across a broad spec­trum of top­ics: How do people treat their envir­on­ment? What so fas­cin­ates us about the still life genre? And what dis­tin­guishes paint­ing from photography?

    Julia M. Nauhaus, Dir­ect­or of the Pic­ture Gal­lery Academy of Fine Arts Vienna

  • Naturhistorisches Museum Wien, 2017

    Natura Morta: Photographien von Oliver Mark in Korrespondenz zu Stillleben aus der Sammlung der Gemäldegalerie und Tierpräparaten des Naturhistorischen Museums


  • ºCLAIRbyKahn Gallery, Munich 2017

    Between Skies and Earth – Alvin Langdon Coburn & Oliver Mark

    The light and the obscure, the sky and the earth, the eth­er­e­al and the cor­por­eal. Such jux­ta­pos­i­tions have long formed the essence of the photographer’s art and a mas­tery of these ele­ments can evoke entire uni­verses of nuance and emotion.

    Oliv­er Mark (b. Ger­many, 1963) is one of the mod­ern geni­uses in the use of these ele­ments; and Alv­in Lang­don Coburn (b. Amer­ica, 1882; d. Wales, 1966) pos­sessed such a gift in their use that his work forms the found­a­tion of pictori­al­ist pho­to­graphy. CLAIR Gal­lery cur­ated an exhib­i­tion, Between Skies and Earth, that explored the overt and cov­ert con­nec­tions between these two cel­eb­rated pho­to­graph­ers who are sep­ar­ated by more than a century.

    CLAIR Gal­lery presen­ted Between Skies and Earth from March 30, 2017 to June 11, 2017 at Franz-Joseph-Strasse 10 in Munich.

    Oliv­er Mark is renowned for his por­traits of aris­to­crats, artists, and celebrit­ies. His work has been pub­lished in magazines such as Vogue and Van­ity Fair, while his pho­to­graphs have been exhib­ited in museums around the world. More inform­a­tion avail­able at his artist page or  on his per­son­al website.Alvin Lang­don Coburn was a pion­eer­ing fig­ure in pho­to­graphy and an early mas­ter of pictor­al­ism. He began tak­ing pho­to­graphs as a young child and his career spanned more than six dec­ades. His work bears wit­ness to the rise of the great mod­ern cit­ies and he was fas­cin­ated by the dynam­ic com­plex­ity of these new urb­an envir­on­ments. Coburn had a par­tic­u­lar geni­us for pho­to­graph­ing move­ment, wheth­er it be the eer­ie play of arti­fi­cial and nat­ur­al light at night­fall in New York City or the traces of ped­es­tri­ans seen from a perch high above a Lon­don park. To see more of his work, vis­it his CLAIR artist page.

    Anna-Patri­cia Kahn, 2017