Oliver Mark

Begabte Menschen treffen immer, auch wenn sie nicht zielen. 2019

Herausgeber Oliver Mark Studio Berlin 2019,  
Konzept, Idee und Photos Oliver Mark
Design STUDIO F, Anja Steinig 
Mit Texten und Werken von:
Ernest Hemingway, Christian Hoischen, Leiko Ikemura, Michael Kunze, Bjørn Melhus, Isa Melsheimer, Christoph Peters, Michael Sailstorfer,
Sibylle Springer und Martin Simons.

Andrej Golder und mich verbindet inzwischen eine so genannte „Saurierfreundschaft“, so viele Wiedergeburten, tragische und komische Ehrenrunden im Kreislauf der immer wiederkehrenden Tiere, Menschen und Pflanzen haben wir schon gemeinsam durchgemacht: Schon bald nach meiner letzten Geburt als Gottmensch und nicht lange vor seiner letzten Geburt als gottmenschlicher Goldhamster begegneten wir uns in einem Berliner Hinterhofsandkasten und bauten gemeinsam gegen den Himmel unserer depressionistischen Künstlervergangenheit (nie wieder!! – schworen wir uns beide schon in der Wiege) eine Burg für eine von uns gemeinsam begehrte Prinzessin. Obwohl wir beide noch kaum laufen konnten, und wir gerade erst lernten, stubenrein zu sein, drohten unsere Träume schon in diesem frühen Stadium in Erfüllung zu gehen, so dass sich ein Weiterleben aus Langeweile kaum mehr lohnen würde. Wir besorgten uns Waffen, um noch im Sandkasten, auf der imaginierten Zinne unserer Burg vor der imaginierten Braut unserer ritterlichen Gefühle Schluss zu machen. Nur der Ausblick, wieder als Künstler auf die Welt zu kommen, diesmal als Hofmaler am nordkoreanischen Königshaus, hielt uns zurück. So verabschiedeten wir uns, trotzig weiterlebend, von den Schleifen unserer frühkindlichen Verehrungen, lernten gehen, paarten uns wahllos mit unseren Vorgesetzten, verwilderten vorbildlich, bis wir die Pfiffe unserer Eltern hörten, die uns aus unseren künstlichen Wüsten und Paradiesen lockten, damit wir endlich zur Schule gingen. Andrej sollte Russisch vergessen, und ich sollte Griechisch lernen. Brav taten wir, was von uns verlangt wurde, doch fügten wir uns nur scheinbar unserem Schicksal. Andrej vergaß sein Russisch erst recht nicht, und ich lernte erst recht mein Griechisch, nicht weil, sondern obwohl es so erwartet wurde. Irgendwann aber reichte auch das, und wir begannen konsequent, unseren Charakter zu schwärzen. Egal, ob Seegurke oder Künstler im nächsten Leben. Wir reichten uns die Flasche. Was kann getan werden, um die Mühle endlich anzuhalten? Für unsere ehemaligen Künstlerkollegen hatten wir nur noch Mitleid und Verachtung übrig. Was so oder so immer aufs Gleiche hinauslief, konnte uns nicht mehr interessieren. Das Leben musste eine Pointe bekommen! Die Welt konnte untergehen, nur wir mussten sie überleben, nicht weil wir das so wollten, sondern gerade weil wir das nicht so wollten. Erst jetzt macht es Sinn, dass Andrej und ich immer behaupten, dass wir uns schon seit Saurierzeiten kennen. Da kam doch angeblich mal ein Meteorit angeflogen und hat auf den großen „Neustart“- Knopf gedrückt.

Text: Michael Kunze, Berlin 2018

Russana-III, 2019

Installationsansicht in der St. Thomas von Aquin Kirche in der Katholischen Akademie in Berlin 2019 

Jenny Holzer Hände, Leipzig 1996
Papiergröße 70 x 70 cm, 3er Ed. Silbergelatineabzug auf Alu Dibond im Künstlerrahmen 151 x 154cm

Deutscher Fotobuchpreis 2019 | 20, Shortlist in der Kategorie: Konzeptionell-künstlerische Fotobildbände

No Show, 2019
gestaltet von Femke Wigger, Schipper Company GmbH 
Mit Beiträgen von Carolin Hilker-Möll, Christoph Peters, Georg Maria Roers SJ und  Michael Schipper.
Distanz Verlag ISBN 978-3-95476-281-
Deutsch/Englisch, 23,5 × 29 cm
268 Seiten, 200 Farb- und s/w-Abbildungen, Softcover

Der Deutsche Fotobuchpreis 2019 | 2020 wird an folgenden Ausstellungsorten präsentiert:
Stuttgarter Buchwochen und nehmen im Laufe des Jahres 2020 an einer ganzen Reihe von Ausstellungsorten teil. Unter anderem finden diese in Essen (C.A.R. Contemporary Art Ruhr), Köln (Forum für Fotografie), Karlsruhe (Regierungspräsidium) und Frankfurt (Buchmesse) statt.

 

Ludwig Blochberger, Berlin 2019

http://www.ludwigblochberger.de

Michael Buchanan, Berlin 2019

Deichtorhallen Freundeskreis des Hauses der Photographie Hamburg. Zu Gast bei Freunden – Artist Talk mit Oliver Mark 02.11.2019     

 

Der Funke Gottes, Diözesanmuseum Bamberg, 2019

Der Funke Gottes, Diözesanmuseum Bamberg,
Oliver Mark, II-Papst Benedikt XVI., Erfurt 2011, C-Print auf Kodak Endura Metallic, Vintage, 18,6 x 13,2 cm, Unikat im historischer Rahmen.

27. Juli bis 10.  November 2019 kuratiert von Alexander Ochs and Dr. Holger Kempkens mit u.a. Marina Abramović, Ai Weiwei, Nobuyoshi Araki, Ernst Barlach, Georg Baselitz, Joseph Beuys, Valerie Favre, Katharina Fritsch, Leiko Ikemura, Wilhelm Lehmbruck, Via Lewandowsky, Oliver Mark, Olaf Metzel, Hermann Nitsch, Meret Oppenheim, Karl Schmidt-Rottluff, Andy Warhol

Oliver Mark, II-Papst Benedikt XVI., Erfurt 2011, C-Print auf Kodak Endura Metallic, Vintage, 18,6 x 13,2 cm, Unikat im historischer Rahmen.
Im Jahr 2011 hat der Künstler Oliver Mark Benedikt XVI. fotografiert. Im prunkvollen Goldrahmen präsentiert sich das Oberhaupt der katholischen Kirche jedoch nur ausschnitthaft. Lediglich die vor der Körpermitte gehaltenen Hände sind in der Aufnahme zu sehen. Die einzigartige Stellung des Papstes wird durch Pektorale und die ihm vorbehaltene weiße Gewandung verdeutlicht. Auch die in ihrer Gegensätzlichkeit sehr aussagekräftige Haltung seiner Hände trägt zur Charakterisierung bei. Aktiv ist die Linke in rhetorischem Gestus nach oben gerichtet. Die Rechte jedoch, die den goldenen Fischerring trägt, ist müde nach unten gewandt. Sowohl Ehre und Würde als auch die schwere Verantwortung, die mit diesem Amt verbunden sind, werden in eindrücklicher Weise in dem Porträt der Papsthände erfahrbar.

Oliver Mark, Clemens Krauss, Berlin 2010 C-Print auf Kodak Endura Metallic, Vintage, 40 x 30 cm, Ed. 1/3, Courtesy Artist
Der Fotograf Oliver Mark (*1963, Gelsenkirchen/Deutschland) inszeniert Prominente in ungewöhnlichen Posen. Sie zeigen ironische Kommentare zum Status der Abgelichteten, spielen mit Versatzstücken ihrer Lebens- und Arbeitswelt, wie bei dem Porträt der Bildhauerin Alicia Kwade, bei dem unklar bleibt, ob er sie in ihrem Atelier vor einer neuen Arbeit inszeniert, oder selbst die Kulisse seiner Aufnahme zusammenstellte. Auch der Maler Clemens Krauss findet sich in einem kommentierenden Ambiente zu seinem Werk. Der Künstler, der mit pastos, direkt auf die Wand gemalten, gesichtslosen Masseninszenierungen bekannt wurde, lagert auf einem Bett, das aus einem Museumkontext stammen könnte. Um ihn herum Bilder von Krauss und ein blutrot durchtränktes Hemd, das an die Performance von Hermann Nitsch erinnert. Minutiös plant er den Prozess, der für den Fotografen für das Gelingen eines Bildes ausschlaggebend sei. Mit dem Zufall arbeitet der Künstler nach eigener Aussage selten. Als Stilmittel setzt Mark mitunter schwulstige Bilderrahmen als Motiv ein, die als Spannungsgeber, als Begrenzung und Botschaft fungieren. Sie erzeugte assoziative Nähe zur Altmeistermalerei, verstärken das mehrmals in sei- nem Werk wiederkehrende Motiv der Hände, wie die von Papst Benedikt, den er 2011 in Erfurt fotografierte. Als bekennender Christ (ZEIT, 2019) bearbeitet er auch immer wieder religiös orientierte Themen, wie die Schwarzweiß-Fotografie, in deren Zentrum ein Säugling, eingeschlagen in ein dunkles Tuch in den Himmel schaut. Von seiner Brust ausgehend strebt ein heller Bereich, der Blattwerk zu erkennen gibt und vermutlich durch eine Doppelbelichtung entstanden ist.

Text: Katja Triebe 2019

 

Oliver Mark, No Show, Museen der Stadt Bamberg, Villa Dessauer
06 April - 02 June 2019

Cameron Carpenter and his Personal Trainer, Berlin 2012  
Paper size 60 x 50 cm, Ed. of 5 + 3 AP Exp. Kodak Endura Metallic Print on Alu Dibond in artist frame 76,9 / 66,0 / 7,5 cm
Jenny Holzer, Leipzig 1996
Paper size 70 x 70cm, Ed. of 3 Gelatin silver print on Alu Dibond in artist frame 151 x 154cm

No Show, 2019

LANGUAGE German/English
FORMAT 23.5 × 29 cm
FEATURES 268 pages, 200 color and b/w images, Softcover
ISBN 978-3-95476-281-1
April 2019
PRICE €38.00

https://www.distanz.de/en/buecher/oliver-mark/no-show

Oliver Mark (b. 1963; lives and works in Berlin) is a master portraitist. His photographs of human beings tell stories of the seemingly familiar as seen from unwonted angles; through superimposition, doubling, fragmentation, partitioning, they often reveal more than either the subjects or the photographer meant to disclose. Expertly staged snapshots subject the sitters to painstaking analysis and limn his or her role in society. A collector of human types, Mark has an unerring flair for that special instant. The long list of illustrious people who have sat for his camera includes actors and actresses like Cate Blanchett, Anthony Hopkins, and Ben Kingsley; directors; musicians; philosophers; politicians like Angela Merkel and Joachim Gauck; designers; aristocrats; and, again and again, visual artists. To browse no show is to flip through a who’s who of the global art world, with formidable portraits of creative minds from Fernando Botero, Louise Bourgeois, Richard Serra, and Luc Tuymans to Katharina Grosse, Isa Melsheimer, Douglas Gordon, Alicja Kwade, and many more. 


SPRACHE Deutsch/Englisch
FORMAT 23,5 × 29 cm
EIGENSCHAFTEN  268 Seiten, 200 Farb- und s/w-Abbildungen, Softcover
ISBN 978-3-95476-281-1
April 2019
PREIS 38,00 €

https://www.distanz.de/buecher/oliver-mark/no-show

„EIN GUTES PORTRÄT FÄNGT ENERGIE EIN...“
Oliver Mark (geb. 1963, lebt und arbeitet in Berlin) ist ein Meister der Menschenfotografie. Seine Porträts erzählen Geschichten von Verfremdung, sie arbeiten mit Überlagerung, Doppelung, Zersplitterung, Aufspaltung – und geben dabei oft mehr preis als gewollt, sowohl über die Porträtierten als auch über den Fotografen. Die exzellent inszenierten Momentaufnahmen analysieren das Subjekt minutiös und weisen ihm eine Rolle in der Gesellschaft zu. Mark ist ein Menschensammler, der immer den besonderen Moment erspürt. So hat er viele berühmte Persönlichkeiten mit seiner Kamera eingefangen: Filmschaffende wie Cate Blanchett, Anthony Hopkins und Ben Kingsley, Regisseure, Musikgrößen wie Madonna, die Kanzlerin Angela Merkel, sowie Philosophen, Designer, Mitglieder des Hochadels und vor allem bildende Künstler und Künstlerinnen. no show blättert sich wie ein Who’s who der Kunstszene mit beeindruckenden Porträts von Fernando Botero, Louise Bourgeois, Richard Serra und Luc Tuymans bis zu Katharina Grosse, Isa Melsheimer, Douglas Gordon, Alicja Kwade und vielen anderen.
 

No Show gesehen im Bücherbogen am Savignyplatz Berlin, Herbst 2019

Schaubühne Berlin, Jörg Hartmann, 2018

Schaubühne Berlin 2018
Portraits von Veronika Bachfischer, Marie Burchard, Lars Eidinger, Christoph Gawenda, Jörg Hartmann, Ursina Lardi,Thomas Ostermeier, Sebastian Schwarz 

Camera Work Berlin, Martin Eder, 2018

Gruppenausstellung Made in Berlin vom 26. Mai bis 25. August 2018 bei Camera Work wird u.a. mein Portrait von Martin Eder gezeigt

Martin Eder, Berlin 2013, 100 x 80 cm, Ed. of 5 + 2 AP Kodak Endura Metallic Print auf Alu Dibond unter Museumsglas im Nussholzrahmen 84,6 / 104,6 cm

Natura Morta - Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien  
Photographien von Oliver Mark in Korrespondenz zu Stillleben-Gemälden der Sammlung
Natura Morta - Naturhistorischen Museum Wien
Photographien von Oliver Mark in Korrespondenz zu mit Tierpräparaten des NHM Wien
26. April 2017 – 16. Juli 2017

Natura Morta, Oliver Mark’s current project, is dedicated to the question of how human beings treat their environment and the natural world, focusing in particular on the animal kingdom as well as the aesthetics and beauty of death. In the seventeenth and eighteenth centuries, the still life genre, originally known as natura morta – ‘dead nature’ –, became established as stil leven in Holland and Stillleben in Germany. In this transition, the notion behind the genre shifted from the Latin and Italian meaning. However, if one takes life as existence or being, and still as inactive in the sense of dead, the term continued to express a very similar idea, even if not quite identical. For his present project, Oliver Mark has deliberated chosen the original Latin term as a way of highlighting the contrast between nature = life and lifeless = dead. What we discover in his photographs did once live and, in almost every case, was killed in the prime of life by human hand. Moreover, the natura morta term strongly shifts the focus to the animal and plant kingdoms, placing humanity in the background. Even if, of course, human beings are a part of nature, we are only one small part compared to nature’s vast diversity.

Oliver Mark’s still life photographs were taken in a German customs’ storage room in Bonn where the court exhibits are kept. In his photos, he orchestrates objects confiscated by the customs as classic art still lifes – from leopard skulls and carved ivory to products from crocodile, tortoise or turtle, parts of protected animals and plants, hunting trophies, snakeskin garments, musical instruments from valuable tropical woods, and souvenirs such as sea horses, coral, snails and sea shells.
Oliver Mark presents his works in historic painting frames. In the Paintings Gallery, this generates parallels between the genres of painting and photography, but also between photographic and painted still lifes. Together with Oliver Mark’s photography, the Paintings Gallery is showing nine works from its own collection by artists such as Willem van Aelst, Philips Angel van Middelburg, Abraham van Beyeren, Jan van der Heyden, Maximilian Pfeiler, Abraham Susenir, Jan Weenix, and the successors of Peter Paul Rubens, creating new perspectives on masterpieces of seventeenth-century Dutch art.

In this way, visitors can explore a wide range of associative ideas. Ideally, these produce new and different views of seemingly ‘well-known’ paintings in the collection, or encourage the aesthetic enjoyment of the photographs and lead to reflections on how humanity treats the natural world.
In the Natural History Museum, where a further three groups of Oliver Mark’s photographic works are shown juxtaposed with animal specimens, the focus is on the protection of endangered species. The trade in animal and plant species is regulated under international law, banning many souvenirs from being imported into the signatory countries. The authorities enforce this law under the Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora (CITES), which protects over 35,000 threatened animals and plants and was ratified by Austria in 1982.
Oliver Mark’s impressive photographs offer space for ideas and associations across a broad spectrum of topics: How do people treat their environment? What so fascinates us about the still life genre? And what distinguishes painting from photography?


In seinem aktuellen Projekt Natura Morta widmet sich Oliver Mark der Frage nach dem Umgang des Menschen mit Natur und Umwelt, insbesondere der Tierwelt, aber auch der Ästhetik und Schönheit des Todes. "Natura Morta" - übersetzt mit "tote Natur" - wurde im 17. und 18. Jahrhundert im Niederländischen zu "stil leven" und im Deutschen zu "Stillleben". Damit hatte der Begriff sich vom Lateinischen bzw. Italienischen entfernt, obwohl er Ähnliches, aber nicht Identisches ausdrücken wollte, wenn man Leben mit Existenz oder Dasein und still mit unbewegt, also tot, verbindet. Oliver Mark wählte für sein aktuelles Projekt bewusst den ursprünglichen lateinischen Begriff, um den Gegensatz zwischen Natur = Leben und tot = gestorben zu betonen. Was man auf seinen Photographien entdeckt, lebte einst und wurde in der Regel oft von Menschenhand mitten im Leben stehend getötet. Zusätzlich wird durch den Begriff "Natura Morta" der Fokus stärker auf die Tiere und Pflanzen gelegt und der Mensch in den Hintergrund gesetzt, auch wenn er selbstverständlich Teil der Natur ist, aber eben nur ein kleiner Teil im Vergleich zur vielfältigen Natur.

Oliver Marks Stillleben-Photographien sind in der Asservatenkammer des bundesdeutschen Zolls in Bonn entstanden. Leopardenschädel, Elfenbeinschnitzereien, Produkte aus Krokodilen oder Schildkröten, geschützte Tier- und Pflanzenteile, Jagdtrophäen, Kleidungsstücke aus Schlangenleder, Musikinstrumente aus kostbaren tropischen Hölzern, Reisemitbringsel wie Seepferdchen, Korallen, Schnecken und Muscheln, die vom Zoll beschlagnahmt wurden, hat der Photograph altmeisterlich als Stillleben inszeniert. Oliver Mark präsentiert sie in historischen Gemälderahmen. In der Gemäldegalerie ergeben sich dadurch Korrespondenzen zwischen den Gattungen Malerei und Photographie, aber auch zwischen photographischen und gemalten Stillleben. Aus der eigenen Sammlung werden neun Werke von Malern wie Willem van Aelst, Philips Angel van Middelburg, Abraham van Beyeren, Jan van der Heyden, Maximilian Pfeiler, aus der Nachfolge von Peter Paul Rubens, Abraham Susenir und Jan Weenix zusammen mit den Photographien Oliver Marks gezeigt. So ergeben sich auch neue Perspektiven auf Meisterwerke der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts.

Den Besucher_innen bieten sich so vielfältige Assoziationsmöglichkeiten, im besten Fall ein neuer, anderer Blick auf die scheinbar "altbekannten" Gemälde der Sammlung oder aber der ästhetische Genuss der Photographien, der in das Nachdenken über den Umgang des Menschen mit der Schöpfung mündet.

Im Naturhistorischen Museum, in dem weitere Photographien in drei Gruppen neben die Tierpräparate gestellt werden, ist die Frage des Artenschutzes vorrangig. Der Handel von Tier- und Pflanzenarten unterliegt internationalen Bestimmungen, eine Einfuhr vieler Souvenirs ist gesetzeswidrig. Grundlage für das Aktivwerden der Behörden ist das Washingtoner Artenschutz-(CITES)Abkommen, das über 35 000 Tier- und Pflanzenarten, die vom internationalen Handel bedroht sind, schützt. In Österreich ist das Übereinkommen seit 1982 in Kraft.
Oliver Marks eindrückliche Photographien bieten Raum für Gedanken und Assoziationen über die verschiedensten Themen: Wie geht der Mensch mit seiner Umwelt um? Was fasziniert uns an der Gattung Stillleben? Was unterscheidet Malerei von Photographie?

Text: Julia M. Nauhaus, Direktorin der Gemäldegalerie und des Kupferstichkabinetts der Akademie der bildenden Künste Wien

Between Skies and Earth, 2017

CLAIR Gallery presented Between Skies and Earth from March 30, 2017 to June 11, 2017 at Franz-Joseph-Strasse 10 in Munich.

The light and the obscure, the sky and the earth, the ethereal and the corporeal. Such juxtapositions have long formed the essence of the photographer’s art and a mastery of these elements can evoke entire universes of nuance and emotion.Oliver Mark (b. Germany, 1963) is one of the modern geniuses in the use of these elements; and Alvin Langdon Coburn (b. America, 1882; d. Wales, 1966) possessed such a gift in their use that his work forms the foundation of pictorialist photography. CLAIR Gallery curated an exhibition, Between Skies and Earth, that explored the overt and covert connections between these two celebrated photographers who are separated by more than a century.

Oliver Mark is renowned for his portraits of aristocrats, artists, and celebrities. His work has been published in magazines such as Vogue and Vanity Fair, while his photographs have been exhibited in museums around the world.
Alvin Langdon Coburn was a pioneering figure in photography and an early master of pictoralism. He began taking photographs as a young child and his career spanned more than six decades. His work bears witness to the rise of the great modern cities and he was fascinated by the dynamic complexity of these new urban environments. Coburn had a particular genius for photographing movement, whether it be the eerie play of artificial and natural light at nightfall in New York City or the traces of pedestrians seen from a perch high above a London park. 

Kristen Stewart, Hamburg 2017

Collaboration Hoischen / Mark 2017

Hoischen / Mark 2017
"Die Kykladen Novelle 1"  
42,6 x 36,6 cm, Mixed Media 2017

 …die Arbeit des Anderen ist in erster Linie als unerträglich zu bezeichnen. Die Zusammenarbeit von Hoischen & Mark ist geprägt von Kritik und Korrektur bis jegliche Gewissheit  zertrümmert ist - zu einem banalen Haufen Materie - wieder zusammengeheftet wird ein Spalt frei für einen kurzen Blick in den Abgrund. Erlösung gibt es erst im Witz. Die Braut (aus Kill Bill Vol.2): „Diejenigen, die das Glück haben, noch am Leben zu sein, Ihr dürft gehen. Aber die abgetrennten Gliedmaßen bleiben hier!“ 

 

 

Natura Morta Oliver Mark, 2016

Natura Morta Oliver Mark
Kehrer Verlag, Heidelberg 2016, ISBN 978-3-86828-759-2. 
Hrsg. von Prof. Dr. Rainer Vollkommer, Liechtensteinisches Landesmuseum.
136 Seiten, 57 Farbabbildungen. Hardcover, 30,4 x 37,5 cm. Deutsch, Englisch.
Mit Texten von Lorenz Becker, Philipp Demandt, Aurelia Frick, Barbara Hendricks, Christian Köberl, Julia M. Nauhaus, Michael Schipper, Rainer Vollkommer.

Das Buch erscheint anlässlich der Ausstellung Natura Morta – Fotografien von Oliver Mark in Korrespondenz zu Stillleben-Gemälden der Sammlung, Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien sowie Natura Morta, Fotografien von Oliver Mark, Naturhistorisches Museum Wien 2017.

 

Der Begriff „Natura Morta“ (= „tote Natur“) wurde im 17. und 18. im Niederländischen zu „stil leven“ und im Deutschen zu „Stillleben“. Damit hatte er sich vom Lateinischen bzw. Italienischen entfernt, obwohl er Ähnliches, aber nicht Identisches ausdrücken wollte, wenn man Leben mit Existenz oder Dasein und Still mit unbewegt also tot verbindet. Oliver Mark wählte daher bewusst den ursprünglichen lateinischen Begriff, um den Gegensatz zwischen Natur = Leben und tot = gestorben zu betonen. Was man auf seine Photographien entdeckt, lebte einst und wurde in der Regel oft von Menschenhand mitten im Leben stehend getötet. Zusätzlich wird durch Natura Morta der Fokus stärker auf die Tiere und Pflanzen gelegt und der Mensch in den Hintergrund gesetzt, auch wenn er selbstverständlich Teil der Natur ist, aber eben nur ein kleiner Teil im Vergleich zur vielfältigen Natur. 

Seine Photographien richten den Blick auf Tiere und Pflanzen und nicht auf den Menschen im Gegensatz zu den Stillleben auf Gemälden, wie sie ab dem 17. Jh. in den Niederlanden aufkommen, um die Vergänglichkeit und Eitelkeit des Menschen unter dem Deckmantel dargestellter Pflanzen und Tiere zu zeigen und daher auch oft mit besonderen von Menschen geschaffenen Produkten vermischt wurden wie teure Gläser, Pokale oder Geschirr. Durch den von Oliver Mark gewählten Lichteinfall und der edlen Zusammenstellung der Exponate täuscht er aber zunächst niederländische Altmeistergemälde vor. Doch geht Oliver Mark dann weiter in der Sinnestäuschung des Betrachters, denn seine Photographien sind umgeben von echten alten historischen Rahmen, die einst Gemälde schmückten. Sie verführen zunächst noch mehr zu dem Eindruck, dass es sich hier um Stillleben Alter Meister handeln würde. Bei seinen Photographien steht die Natur im Vordergrund, die nun aber durch den Menschen vernichtet worden ist, um ihn zu schmücken und hervorzuheben. Der Mensch ist nicht Opfer der Vergänglichkeit, er ist Täter. 

Dieses verwirrende Spiel von nach genauer Betrachtung und Überlegung zu erkennender Verfehlung des Menschen soll aufrütteln und so wird aus dem schönen Schein Ekel erzeugt über das Gesehene. Doch das Gesehene ist leider heruntergekommen zu alltäglichem Gut, das - normalerweise nicht zu sehen - verwahrt wird. Alle Photographien entstanden 2015 und zeigen Produkte aus unter Artenschutz gestellten Tieren und Pflanzen, die an deutschen Grenzen von Einreisenden beschlagnahmt worden sind und in der Asservatenkammer (Kammer für Verwahrstücke) des Bundesamtes für Naturschutz in Bonn schlummern. Dank dieser Werke von Oliver Mark hoffen wir mit dieser Ausstellung im Liechtensteinischen Landesmuseum in Vaduz auf das Entsetzliche hinzuweisen und daran zu erinnern, dass wir nur eine Welt haben und diese nur dank ihrer Artenvielfalt und Diversität, das ist, was sie ist, nämlich lebenserhaltend und nicht Leben zerstörend. 

Prof. Dr. Rainer Vollkommer
Direktor des Liechtensteinischen Landesmuseums in Vaduz 2017

 

Familie Christian Achenbach, 2016

Familie Christian Achenbach, Berlin 2016
Blattgröße 35 × 45 cm Silbergelatine, Vintage, Unikat

Jungbrunnen, 2015

inspiriert nach dem Gemälde Der Jungbrunnen von Lucas Cranach dem Älteren aus dem Jahr 1546 ist mein Portrait mit dem gleichnamigen Titel 2015 entstanden.
Jungbrunnen, Berlin 2015. Gelatine Print, signiert, blind stamp, Unikat im klassizistischen Rahmen 68,0  × 101,0cm

 

Lindenau-Museum Altenburg, 2015 - 2016

Lindenau-Museum Altenburg, In Szene gesetzt , Aus Porträts werden Kleider 2015 - 2016
A collection of Oliver Mark’s photographs were shown as part of a major portrait exhibition at the Lindenau-Museum in Altenburg, Germany. Mark’s photographs were featured along with paintings by such artists as Domenico Ghirlandaio (15th century) and Michiel van Mierevelt (17th century).

"nicht entstandene Bilder" 2014

"nicht entstandene Bilder" ist ein offenes Projekt an dem ich seit 2014 arbeite.
Hier die Korrespondenz mit Otto Piene vom 14. Mai 2019 der am † 17. Juli 2014 in Berlin gestorben ist.

Krieg und Frieden, 2014

Gelatin Print 70 × 45,5 cm, Edition of 5 + 2AP

Idris Elba, Berlin 2014

„Ich durfte Idris Elba fotografieren und hatte mir überlegt, ich könnte eine Brücke schlagen zu Mandela, den er gerade gespielt hatte. Also nahm ich meine Handschellen mit. Elba stimmte zu, legte sich gefesselt auf dem Boden des Hotelzimmers. Die PR-Frau, die dann reinkam, war irgendwie ziemlich hysterisch deswegen. Das Bild ist nichts geworden.“

National Portrait Gallery, London 2014

Cameron Carpenter and his Personal Trainer, Berlin, 2012

was exhibited in the National Portrait Gallery, London 2014
C-Print on Kodak Endura Metallic 60 × 50 cm
Editions of 5 + 3 AP in Artist Frame

 

Adrian Ghenie, Berlin 2014

Kunstsammlungen Chemnitz, 2014

Aus den Trümmern kriecht das Leben, Portraits von Karl Otto Götz 2014

Die Hände von Karl Otto Götz 154 / 124 cm, 
Kodak Endura Metallic Print auf Alu Dibond unter Museumsglas, Ed. 1/3, (1) courtesy Kunstsammlungen Chemnitz  
Kunstsammlungen Chemnitz 23. Februar — 25. Mai 2014

Im Jahr 2013 hatte der Fotograf Oliver Mark (*1963) die Gelegenheit, den Künstler K.O. Götz (*1914) mehrere Tage in seinem privaten Lebensumfeld zu besuchen. Es entstanden eindringliche und intime Fotografien, die K.O. Götz ungeschminkt und sehr facettenreich zeigen – stolz und nachdenklich, aber auch zerbrechlich und zart, gezeichnet von einem 100-jährigen schaffensreichen Künstlerleben. Begleitet werden die 18 ausgestellten Bilder von sieben berührenden Gedichten, die K.O. Götz über mehrere Jahre schrieb. Alle Fotografien und Gedichte publizierte Oliver Mark in dem Künstlerbuch „Aus den Trümmern kriecht das Leben“ (2013). Wir danken Rissa und der K.O. Götz und Rissa-Stiftung herzlich für die Ermöglichung dieser Ausstellung.

Anpassung an den Lebensraum, 2014  

C-Print auf Kodak Endura Metallic auf Alu Dibond  120,0 x 150,0 cm

Nutte, Künstler, Fotograf, 2014

Oliver Die ganze Wahrheit über Oliver Mark
Nutte Künstler Fotograf
2014 Konzept und Idee Ralf Grauel und Anja Steinig. Erstes Magazin über Oliver Mark

Dieter Hallervorden, Berlin 2013

Aussenseiter und Eingeweihter 2013 /2014

Oliver Mark: Außenseiter und Eingeweihter

Seit vielen Jahren fotografiert Oliver Mark die Prominenten dieser Erde, das Porträtieren der Berühmten ist sein Spezialgebiet. Über die Jahre hat er so das Vertrauen dieser oft ja nicht ganz einfachen Persönlichkeiten gewonnen. Vor seiner Kamera können sie ganz entspannt sein, denn sie wissen, dass es Oliver Mark nicht um Bloßstellung geht, sondern um die durchaus wohlwollende Erfassung der Person und die Darstellung ihrer Individualität. Auf diese Weise wurde er zu einem Eingeweihten in der Sphäre der Prominenz und blieb gleichwohl ein Außenseiter, da doch der Fotograf immer ein etwas abseits stehender Beobachter ist und niemals selbst zum Teil des Bildes wird, das er festhält.

Für die Prominenten-Porträts der Ausstellung "Außenseiter und Eingeweihter" bedient sich Oliver Mark einer ganz ungewöhnlichen und schon ausgestorben geglaubten Technik: Polaroid. Die legendäre Sofortbildkamera, für die dank der Enthusiasten der Firma "Impossible" seit kurzem wieder Filmmaterial hergestellt wird, nachdem Polaroid selbst 2008 die Produktion eingestellt hatte. Mit diesem analogen Material, bei dem jedes Foto ein absolutes Unikat ist, da ja kein Negativ existiert, gelingen Oliver Mark eigentümlich schwebende, manchmal fast den Bereich des Abstrakten berührende Bilder. Die Gesichter der Berühmten, die man schon zur Genüge zu kennen glaubte, erscheinen dem Betrachter noch einmal ganz neu und überraschend menschlich. So menschlich und direkt wie ein analoges Sofortbild: absolut einzigartig und mit der Zeit verblassend.
Für die Ausstellung wurden die Polaroid Bilder mit Hilfe der A1A Printtechnik vergrößert, neu ist die Kombination matter und glänzender Oberflächen, die dem Original am nächsten kommt.

Die Ausstellung Aussenseiter und Eingeweihter wurde gezeigt
pavlovs dog space for photography Berlin vom 02. bis 18. August 2013
Uno Art Space Stuttgart vom 26. Oktober 2013 bis 31. Januar 2014

 

 

Shuteye, °CLAIR Gallery, München 2012

 

Liechtensteinisches Landesmuseum 2012

Seit 1940 wird im Fürstentum Liechtenstein der Staatsfeiertag begangen. In allerhöchster Not und Bedrohung entstanden, drückte er damals den gemeinsamen Willen zur Souveränität aus. Heutzutage ist er nach begangenem Staatsakt Anlass für ein grosses Volksfest für Jung und Alt. Neben Besinnung strahlt der Staatsfeiertag Freude und Heiterkeit aus und führt zu vielen Begegnungen. Am 15. August 2012 fotografierte der bekannte Porträtfotograf Oliver Mark mit seinem Blick den Liechtensteiner Staatsfeiertag.

Die Ausstellung «Oliver Marks Blick auf Liechtensteins Staatsfeiertag 2012» dauert vom 21. März 2013 bis 25. August 2013
Das Bild zeigt Fürst Hans-Adam II. von Liechtenstein und Fürstin Marie,

Yoko Ono, Berlin 2012

Oliver Mark, Portraits, Neuer Pfaffenhofener Kunstverein, 2011

Oliver Mark, Portraits, Neuer Pfaffenhofener Kunstverein, 2011

Max Raabe und Marylin Manson, Berlin 2006
Gelatin silver barite paper, selenium toned, blind stamp, signed
Papersize 60 × 50cm, Editions of 7

 

7 Artist and 1 Nude, 2011

Einzelausstellung 7 Artist and 1 Nude, Gloria Berlin 2011

Wlada, Berlin 2011

Clemens Krauss, Berlin 2010

Nicole Hackert, Vicco, Jonathan Messe, Gudny Gudmundsdottir, Marc Brandenburg, und Bruno Brunnet, Berlin 2009

Simon de Pury, Berlin 2008

Tom und Bill Kaulitz, Berlin 2007

Kids In the Garden of Princess Mafalda von Hessen, Roma 2006

Kids In the Garden of Princess Mafalda von Hessen was exhibited in the National Portrait Gallery, London 2007

Takeover-I, California 2006

Paper size 121 x 150 cm, Ed. of 3, Gelatin silver print 

Cate Blanchett, Berlin 2005

Claus Peymann, Berlin 2004

Ridley Scott, Berlin 2005

Spike Lee, Berlin 2003

George Tabori, Berlin 2003

Okwui Enwezor, Kassel 2002

Musée de la photographie Mougins, France 2002 -2003

Okwui Enwezor was exhibited in the Musée de la photographie Mougins in 2002 -2003

Sir Anthony Hopkins, Berlin 2001

Beck, Hamburg 2000

Balthus, Setsuko und Stanislas Klossowski de Rola, Rossinière Schweiz 2000

Andreas Slominski, Hamburg 1999

Tobias Rehberger, Frankfurt am Main 1998

Silbergelatine-Print 19,0 x 23,0 cm, (printed by the artist)

weiße Teller und schwarzer Schatten, 1996

Polaroid 10,7 x 13,2 cm, Unikat

Gelb, 1996

Polaroid 10,7 x 13,2 cm, Unikat

Louise Bourgeois, New York 1996

Emil Schumacher, Hagen 1995

first Portrait of an Artist, A.R.Penck, Nürnberg 1994

inspired by Helmut Newton, Berlin 1986

Silbergelatine-Print 18,0 x 24,0 cm, Unikat (printed by the artist)

25 Jahre Mauerbau, Berlin 1986

Köln 1984

first portrait, Talia, London 1983 

first photograph, Olympic Games, Munich 1972 

Silbergelatine-Print 12,6 x 9,0 cm, Unikat